Friedrich Kling, Lehrer an der Volksschule Ebenthal, trat 1919 als Sänger in den Verein ein und war ab 1931 45 Jahre lang Chorleiter, wurde mit der Würde eines Ehrenchormeisters ausgezeichnet. Anläßlich des 100. Todestages von Franz Schubert stiftete der Gesangsverein einen Gedenkstein am Kirchenplatz, neben diesem auch eine Schubertlinde gepflanzt wurde. Nach einigen Wechseln sowohl in der Leitung des Gesangsvereines als auch des Kirchenchores hat seit September 1994 Herr DI Lothar Kerbel dieses Amt übernommen. Neben traditionellen Veranstaltungen gehört die Mitgestaltung bei kirchlichen Anlässen sowie die gesangliche Umrahmung verschiedener Festlichkeiten zum Betätigungsfeld des Gesangsvereines und des Kirchenchores.

Zu Beginn des 20. Jahrhunderts kommt es zu vielen Neuerungen: Errichtung eines Gendarmeriepostens in Ebenthal, 1904 Bau der Volksschule und Aufstellung des Friedhofskreuzes im Gemeindefriedhof, 1907 Bau der Buxbaum-Kapelle auf Wunsch des Herzoglichen Tafeldeckers J. Buxbaum. Die vielen Namen auf dem Kriederdenkmal zeigen, daß der 1. Weltkrieg auch in Ebenthal seine Spuren hinterließ. Am 3.11.1918 kommt es zum Waffenstillstand , Kaiser Karl I. mußte abdanken, geht mit seiner Familie ins Exil, die Republik Deutsch-Österreich wird ausgerufen, acht Jahre später ändert man den Namen auf Österreich .

1921 wird der Ortsweinbauverein zwecks Bekämpfung der Reblaus und in Folge zur Sicherung des Weinbaus gegründet. Seit dieser Zeit befaßt sich der Verein mit der Anschaffung von Maschinen und Geräten zur vereinsinternen Nutzung. Die Präsentation der Weine erfolgt über Ortsweinkosten, Tag der offenen Kellertüren und Winzerheurigen. Beim Weinbau wird besonderes Augenmerk auf den Schutz der menschlichen Gesundheit, die Schonung der Produktionsgrundlagen und der Umwelt, die Bodenpflege, gezielter Pflanzenschutz sowie bedarfsgerechte und kontrollierte Düngung gelegt. Als Obmann fungiert zur Zeit Herr Raimund Kolm.

1924 erfolgte die Einführung des Schilling als neue Währung. Am 02. Feb. 1927 erstrahlte Ebenthal zum ersten Mal in elektrischem Licht . 1933 erfolgte die Renovierung und Einweihung der damals ca. 200 Jahre alten Antoniuskapelle an der Straße nach Prottes. Im gleichen Jahr wurde der stark verschuldete Ziegelofen (Ecke Hauptstraße/Götzendorfer Straße) verkauft. In den letzten Tagen des 2. Weltkrieges wird er jedoch bis auf die noch heute sichtbaren Grundmauern niedergebrannt. (In Bezug auf Handel und Wirtschaft hatten die damals noch 5 Ziegelöfen große Bedeutung. Ab dem Jahr 1910 erfolgte die Bearbeitung der Ziegel maschinell.) Am 01.02.1935 wird der Ebenthaler Gendarmerieposten geschlossen, die Betreuung erfolgte durch den neu errichteten Posten in Velm-Götzendorf.

14. März 1938 – Einzug Hitlers in Wien, der Anschluß Österreichs an das Deutsche Reich ist vollzogen, Schilling und Groschen werden durch Reichsmark und Pfennig abgelöst, die Zivilehe wird eingeführt und auch die Kirchensteuer, die damals schon gestaffelt nach Einkommen bzw. Grundbesitz berechnet wurde. Arbeitermangel wegen Einzug in den Kriegsdienst, schlechtes Wetter, Hochwasserschäden, Mangel an Spritzmittel und dadurch schlechte Ernteergebnisse kennzeichnen die Jahre des 2. Weltkrieges.

Im Jahr 1943 kommt es zur Flucht des letzten „Coburg“ – Simeon von Bulgarien.

Das Jahr 1945 brachte zwar das Ende des Krieges , doch gleichzeitig kam es zur Besetzung und Plünderung durch Russen und Slowaken. Das Schloß wurde kurzerhand zum Notlazarett umfunktioniert. Es kam zu diversen Beschädigungen und Zerstörungen in der Kirche, im Schloß und auch in der Schule (Einrichtung, Lehrmittelsammlung und Schulchronik). Im Jahr 1947 wurde dann die Schule innen und außen vollständig renoviert. Im April kam dann Pfarrer August Hampersberger nach Ebenthal.

Am 26.6.1948 wird im Gasthaus Panzer der Sportverein gegründet und ein Jahr später der Sportplatz eröffnet:

Von 1961 bis 1963 erfolgte mit Unterstützung des Verbandes und einer Subvention der Gemeinde der Bau einer Umkleidekabine, Dusch- u. Waschanlagen, Schiedsrichterräume und WC-Anlagen. Anfang der 80er Jahre erfolgten weitere bauliche Maßnahmen, eine Kantine, ein Werkzeugraum, ein Trainingsplatz und ein Brunnen wurde gegraben, Ballgitter und eine Flutlichtanlage errichtet. Zum 40jährigen Gründungsjubiläum 1988 und zum 50jährigen Jubiläum 1998 nützte man die Gelegenheit diverse Ehrungen vorzunehmen (u.a. die vier Gründungsmitglieder Franz Repik, Josef Deyßner, Robert Panzer und Rudolf Stanzl). Die momentane Vereinsleitung hat Herr Eduard Wenzl jun. inne.

1953 wurde die Kirche und der Kirchturm renoviert . Im November 1954 wurde das Kriegerdenkmal um zwei Steintafeln, auf denen die Kriegsopfer des 2. Weltkrieges verewigt wurden, erweitert und eingeweiht. Am 4.9.1961 kam es zur Verleihung eines Marktwappens für Ebenthal. 1961 wurde der Kindergarten und das neue Gemeindeamt gemeinsam mit dem Zeughaus fertiggestellt und eingeweiht.